#CLC HH19: Corporate Learning Camp – ein Erfahrungsbericht

Vom 28. bis 29. März 2019 fand das neunte Corporate Learning Camp statt, erstmals in Norddeutschland. Der Arbeitgeberverband Nordmetall und die Technische Universität Hamburg haben die Corporate Learning Community eingeladen, nach Hamburg-Harburg zu kommen.
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Obwohl das Corporate Learning Camp bereits vier Tage nach Anmeldebeginn ausgebucht war, ist es mir dank einer Warteliste gelungen, aktiv teilzunehmen. Sowohl die Freude als auch die Neugier waren groß. Die diesjährige Frühjahr-Veranstaltung stand unter dem Stern: Arbeiten und Lernen 2025. Rund 300 Teilnehmer tummelten sich auf dem Campus-Gelände in Harburg, um gemeinsam von- und miteinander zu lernen, und das alles in einem offenen Format.

Corporate Learning Camp – Gehen wir jetzt gemeinschaftlich lernen und zelten?

Ein klares Nein! Beim Corporate Learning Camp spielt innovatives und selbstorganisiertes Lernen eine zentrale Rolle. Denken Sie jetzt an eine langatmige Veranstaltung, die mit vielen Key Notes und Informationen bestückt wird? Das war es keineswegs!

Die unter der Schirmherrschaft der Corporate Learning Community organisierte Großveranstaltung basiert auf einem interaktiven Format namens Barcamp. Dabei hat es so gar nichts mit Bar oder zelten zu tun. Eingeladen sind Experten, die sich mit Lernen und der professionellen Entwicklung von Menschen, Teams und Unternehmen beruflich auseinandersetzen wollen. Damit sind wir gleich mitten im Thema.

Warum steht ein Thema wie “Lernen” so prominent im Mittelpunkt einer Veranstaltung? Viele Unternehmen fördern das Lernen im Arbeitsalltag nicht. Ganz im Gegenteil: sie unterbinden es sogar, indem sie Lernen als Zeitfresser abstempeln. Ist Lernen nicht alter Kaffee von gestern, den wir bereits in der Schule, der Ausbildung und im Studium abgefrühstückt haben? Wir sagen “Nein!”

In einer komplexer werdenden digitalisierten (Arbeits-)welt reicht es nicht mehr aus, eine Schulbildung zu genießen, einen Beruf zu erlernen oder ein Studium abzuschließen, um eine bestimmte Tätigkeit dauerhaft bis zum Renteneintritt auszuüben. Ein wichtiger Garant für Unternehmenswachstum ist die Lernbereitschaft und die Neugier der Mitarbeiter.

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Es ist an der Zeit, sich Gedanken darüber zu machen, welche Auswirkungen die Digitalisierung auf eine Kultur des lebenslangen Lernens und der professionellen Weiterentwicklung von Menschen und Unternehmen hat. Welche neuen Ansätze und Wege spielen in der Personalentwicklung eine Rolle? Wie genau sieht die Verantwortung aus, die Führungskräfte und Mitarbeiter im Kontext Lernen tragen? Welche neuen Angebote und Formate unterstützen selbstorganisiertes Lernen?

Eine Vielzahl von Fragen und Herausforderungen, die in einer digitalisierten Arbeitswelt zunehmend an Bedeutung gewinnen und langfristig zur Sicherung des Unternehmenserfolges beitragen.

Corporate Learning Community – was ist das?

Die Mission der Corporate Learning Community ist es, selbstgesteuertes und innovatives Lernen in Unternehmen zu unterstützen. Die Community richtet sich vornehmlich an HR Manager und weitere Experten für Learning und Development, vereinfacht ins Deutsche übersetzt, Lernen und professionelle Entwicklung. Jeder, der am diesen Themen interessiert ist, kann auf XING oder Facebook der Gruppe Corporate Learning Community beitreten.

Hier findet digitaler Austausch sowie Vernetzung statt. Zusätzlich findet mindestens einmal im Jahr ein persönlicher Austausch in Form eines Corporate Learning Camps statt. Ergänzend existieren regionale Aktivitäten einzelner Community sowie weitere interessante Angebote und Formate, die Sie hier finden.

Corporate Learning Camp – Auftakt in Hamburg

Der erste Tag in Hamburg startete mit einer kurzweiligen Begrüßung des Veranstalters und der gastgebenden TU Hamburg. Eine große Word Cloud mit einer Vielzahl von Buzzwords ließ erahnen, wie vielschichtig und bunt der Tag werden könnte. Unter der Überschrift “Arbeiten ist Lernen – Lernen ist Arbeiten” folgten inspirierende Worte und Impulse von Karl Heinz Pape, warum Arbeiten und Lernen nicht getrennt voneinander stattfinden können und dürfen.

Das sich anschließende Begrüßungsritual habe ich in dieser Größenordnung noch nicht erlebt: Jeder Teilnehmende nannte kurz seinen Namen und weitere zwei Wörter, die etwas über sie / ihn persönlich oder beruflich aussagen – eine spannende Erfahrung bei rund 300 Teilnehmern.

Verschiedene Sessions zur gleichen Zeit

Nach der offiziellen Begrüßungs- und Vorstellungsrunde wurde gemeinsam ein Sessionplan erstellt. Jeder konnte Themenvorschläge einbringen, die im Laufe des ersten Tages als sogenannte “Sessions” angeboten wurden. Der Strom an Teilnehmenden, die ihre Themenvorschläge auf der Bühne kurz vorstellten, schien gar nicht abzureissen zu wollen.

In Summe gingen rund 48 unterschiedliche Themenvorschläge ein, von A wie agiles Führen über P wie Podcast bis Z wie Generation Z war so ziemlich alles dabei.

Bei allen Vorschlägen wurde per kurzes Handzeichen das Interesse bzw. die Teilnahmebereitschaft der Teilnehmenden abgefragt. Eine Session ist dabei alles andere als ein langatmiger Frontalvortrag. Manchmal erfolgt zum Start ein kurzer Impuls, eine zentrale Fragestellung oder ein Input. Im weiteren Verlauf der Session wird gemeinsam diskutiert, verschiedene Meinungen eingeholt, Erfahrungen ausgetauscht oder einfach nur geschaut, was sich daraus entwickelt.

Da immer mehrere Sessions zur gleichen Zeit stattfinden, kann von Langeweile keine Rede sein. Ganz im Gegenteil: ich wäre gerne an mehreren Orten zugleich gewesen. Im Laufe der Veranstaltung wuchs bei mir auch der Wunsch, beim nächsten Barcamp eine eigene Session vorzuschlagen.

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Mein persönliches Fazit

Die Anzahl und Vielfältigkeit der angebotenen Sessions sowie der Output waren echt beeindruckend. Sehr schnell konnte ich Kontakte zu anderen Teilnehmern aufbauen. In kurzen Zeitintervallen von 75 Minuten wurden viele relevante und aktuelle Themen im Kontext learning and development besprochen und teilweise auch kontrovers diskutiert. Auch persönliche Erfahrungen, neue Werkzeuge und Instrumente kamen dabei nicht zu kurz.

Ich habe mich ganz bewusst für Sessions entschieden, die völliges Neuland für mich darstellten. In meiner ersten Session ging es um Twitter. Von Twitter hatte ich natürlich gehört, das war es dann aber auch… Dank dieser Session habe ich eine ganz neue Sicht auf Twitter gewonnen. Mir war nicht bewusst, dass Twitter neben der Vernetzungsmöglichkeit ebenso ein tolles Lernmedium sein kann. Viele Menschen besuchen Seminare, Messen und oder Barcamps und teilen ihre zentralen Erkenntnisse auf Twitter mit anderen Interessierten – ein tolles Medium, um wichtige Informationen in 280 Zeichen kurz und knackig auf den Punkt zu bringen. Der Input und der sich anschließende Austausch hat mich so inspiriert, dass Sie der #Neudenkerei jetzt auch auf Twitter folgen könnt.

Ein weiteres persönliches Highlight war die Produktion eines Microlearning (Lernvideo). Nach einem kurzen Experteninput zu Microlearning und Storytelling verblieben unserer Kleingruppe ganze 15 Minuten, um das Drehbuch unseres dreiminütigen Microlearnings zu erstellen. Gesagt, getan.

Die Umsetzung des Videos erfolgte mit einfachen Bordmitteln und einem Handy. In nur 20 Minuten haben wir eine kurze Lerneinheit zum “Delegation Poker” gedreht. Selten habe ich bei einer “Videoproduktion” soviel gelacht, der Spaßfaktor war echt hoch und das Ergebnis ist mehr als zufriedenstellend.

In Summe habe ich an fünf Sessions teilgenommen, bevor der erste Tag des Barcamps mit einem leckerem Buffet sowie einem geselligen Beisammensein und Expertenaustausch endete. Da ich viele neue Ideen, Ansätze und Impulse mitnehmen konnte, habe ich den Besuch und den Austausch als inspirierende Bereicherung erlebt. Daumen hoch! Ich kann den Besuch eines Corporate Learning Camps wirklich empfehlen. Vielleicht schauen Sie auch mal in unseren Blog-Beiträgen oder im NeudenkerCamp vorbei, um sich mit Gleichgesinnten aktiv auszutauschen. Wir freuen uns auf Sie!

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Sabine Schewe

Sabine Schewe ist Neudenkerin und Expertin für Lernen und Entwicklung. Ihre 360-Grad-Perspektive als Trainerin, Personalentwicklerin und Führungskraft sorgt in der Beratung für pragmatische Lösungsansätze und Nachhaltigkeit. In Ihren Blogbeiträgen geht sie auf aktuelle Themen und Trends wie Persönlichkeitsentwicklung, Digitalisierung und agiles Arbeiten ein.

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