Wertewandel in der Arbeitswelt

In diesem Blogbeitrag erfahren Sie, warum ein Wertewandel in der Arbeitswelt stattfindet. Es wird auf die verschiedenen Generationen eingegangen und welche Prägungen und Wertvorstellungen diese mit sich bringen. In einem zweiten und dritten Teil geht es darum, warum eine Unterscheidung der Generationen so wichtig ist, wie sie voneinander profitieren können und vor allem welche Auswirkungen dies auf das Thema Führung in Unternehmen hat.
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Wertewandel in der Arbeitswelt – Was verändert sich?

Die Arbeitswelt unterliegt seit Jahren einem raschen Wandel. Grund dafür sind nicht nur die Digitalisierung und Globalisierung, sondern auch der demographische Wandel. Die Unternehmen fordern von ihren Mitarbeitern zunehmend neue Kompetenzen, aber auch die Mitarbeiter haben veränderte Anforderungen an ihre Arbeitgeber. Vor allem die jungen Generationen haben heute andere Werte und Vorstellungen gegenüber der Arbeitswelt als die vorherigen Generationen. Es vollzieht sich ein Wertewandel in der Arbeitswelt. Diese Veränderungen erfordern im Anbetracht des Fachkräftemangels ein schnelles Umdenken der Unternehmen, um die besten Nachwuchskräfte für sich zu gewinnen – ganz im Sinne des war for talents.

Welche Anforderungen stellen junge Mitarbeiter an die Arbeitgeber?

Schon jetzt können Jobsuchende zwischen verschiedenen Arbeitgebern wählen. Für Unternehmen bedeutet das im Umkehrschluss, dass sie sich dementsprechend attraktive Anreize überlegen müssen, um die Wunschkandidaten für sich zu gewinnen. In den letzten Jahren zeichnete sich jedoch ein Wandel der Werte und damit eine Veränderung der Anforderungen ab, die Arbeitnehmer an Unternehmen stellen.

Galten in der Vergangenheit noch Firmenwagen oder hohe Prämien als besonders interessant, ist dem heute nicht mehr so. Nun gelten eine sinnstiftende Arbeit und flache Hierarchien als attraktiv. Materielle Anreize rücken zunehmend in den Hintergrund. Doch woher kommen diese veränderten Wertvorstellungen?

Die Arbeitssoziologie beschäftigt sich schon seit einiger Zeit mit dieser Frage. Aus den USA stammen Begriffe wie die Baby Boomer, Generation X, Generation Y und Generation Z, die diese verschiedenen Altersgruppen mit ihren Anforderungen und Vorstellungen zusammenfassen. Über Jahrzehnte hinweg gab es unterschiedliche historische Ereignisse, die diese Altersgruppen geprägt und Generationen geschaffen haben. Eine genauere Auseinandersetzung mit diesen Unterschieden ist für Unternehmen im war for talents unausweichlich.

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Die verschiedenen Generationen

Die Baby Boomer (1955-1965)

Bei der Generation der Baby Bommer handelt es sich um diejenigen, die nach 1955 geboren wurden. Sie sind die Generation, die auf die Nachkriegsgeneration folgt und in den Statistiken als geburtenstarke Jahrgänge gelten. Sie wuchsen in einem sehr traditionellen Familienumfeld auf, in denen es klare Hierarchien gab.

Welche Werte die Generation der Baby Boomer vertritt, ist im Vergleich zu den darauffolgenden Generationen wenig erforscht. Fakt ist, dass diese Generation in der Zeit des Wirtschaftswunders aufgewachsen ist und sich ihnen neue Möglichkeiten ergaben, die der Nachkriegsgeneration noch verwehrt waren: Auslandsreisen und der Besuch von Universitäten wurden für die breite Bevölkerungsschicht möglich.

Für die Baby Boomer steht die Arbeitsplatzsicherheit an erster Stelle. Sie sind sehr karriereorientiert. Der Großteil dieser Generation lebt, um zu arbeiten und bleibt seinem Arbeitgeber lange treu. Die materielle Orientierung steht für sie im Vordergrund, wie ein eigenes Haus zu bauen und ein Auto zu besitzen. Sie wollen sich für ihre harte Arbeit belohnen und ihre Freizeit oder ihre Rente genießen können.

Generation X (1965-1979)

Jede Generation versucht sich von der vorherigen Generation abzugrenzen und es scheint fast so, als wolle jede neue Generation die genau gegenteiligen Werte vertreten. War bei der vorherigen Generation Sicherheit und Fleiß der dominierende Wert, so ist das bei dieser Generation nicht mehr der Fall. Die Generation wird auch als “Null-Bock-Generation” bezeichnet, die nichts mit sich anzufangen weiß. Sie wuchs im Wohlstand auf und ihre Lebensstrukturen lockern sich immer mehr auf. Sie vertreten den Grundsatz, dass sie arbeiten, um zu leben.

Eine Gemeinsamkeit: wie auch der vorhergegangenen Generation ist auch ihnen die Karriere wichtig, aber ihr Beruf nimmt für sie nicht mehr einen derart hohen Stellenwert ein. Sie stellen Autoritäten und Hierarchien zunehmend in Frage und wollen sich auch im Privaten selbstverwirklichen. Die Generation X fordert zunehmend eine Work-Life-Balance ein. Sie möchten selbstbestimmt arbeiten und unabhängig sein.

Generation Y (1980-1994)

Die Generation Y ist die bis jetzt am besten erforschte Generation und wird auch als Generation “why” bezeichnet. Sie wuchs in einer Zeit des Wandels auf, in der Sicherheiten zunehmend wegfielen. Sie ist die erste Generation, die teilweise im digitalen Zeitalter aufgewachsen ist. Für sie ist ein Leben ohne Handy und Internet kaum vorstellbar.

In der Berufswelt wollen sie einer Tätigkeit nachgehen, die sinnvoll ist. Sie lehnen starre und hierarchische Strukturen ab und auch Karriere scheint für sie einen weniger hohen Stellenanteil zu haben. Die Generation Y steht der Selbstausbeutung der älteren Generationen skeptisch entgegen und achtet auf einen Ausgleich zwischen Beruf und Privatem. Ihnen ist bewusst, dass sich die Welt schnell verändert und sie wollen das Leben viel mehr genießen. Die Generation Y steht für eine Entgrenzung von Arbeit und Leben: Menschen dieser Jahrgänge wollen sich bei der Arbeit auch mit privaten Dingen beschäftigen können und umgekehrt auch in ihrer Freizeit arbeiten können.

Generation Z (ab 1995)

Diese Generation ist die geburtenschwächste Generation und wächst zwar ebenso in einer sehr instabilen Zeit auf, aber familiär betrachtet oftmals sehr überbehütet. Wie alle Generationen will sich auch die Generation Z von den vorhergehenden Generationen abgrenzen und für andere Werte einstehen: ihnen ist eine Trennung von Beruf und Privatem äußerst wichtig. Nach der Arbeit wollen sie abschalten und sich ihrem Privatleben zuwenden.

Bei ihnen steht die Selbstverwirklichung und Sinnhaftigkeit ihres Lebens im Vordergrund. Für Anhänger der Generation Z ist die Arbeit nur ein Teil ihres Lebens und deswegen sind sie auch weniger leistungsbereit als die vorherigen Generationen. Die Generation Z ist komplett im digitalen Zeitalter aufgewachsen. Deshalb findet ihr Privatleben viel online statt und sie sind hypervernetzt.

Weitreichende Entwicklungstendenzen im Bezug auf die Arbeitswelt können für diese Generation noch nicht dokumentiert werden, da sie erst jetzt auf den Arbeitsmarkt gelangt. Fest steht jedoch, dass es besondere Anreize seitens der Unternehmen braucht, um diese Generation für die Arbeitswelt zu begeistern. Schon jetzt beklagen Unternehmen und vor allem Handwerksbetriebe, dass sie die jungen Generation schwer für eine Ausbildung motivieren und erreichen kann. Arbeitgeber sind sehr stark dazu angehalten aktiv auf die Suche nach zukünftigen Mitarbeitern zu gehen. Dazu müssen erst einmal Kanäle gefunden werden, damit Kontakt mit dieser Generation aufgenommen werden kann.

Wertewandel in der Arbeitswelt – unser Fazit

Wir stellen fest, dass die Bedeutung von Arbeit von Generation zu Generation immer mehr abnimmt. Es verändern sich immer wieder die Vorstellungen im Bezug auf Flexibilität und Selbstverwirklichung. Die eine Generation schätzt klare Strukturen und die darauffolgende möchte eigenverantwortlich arbeiten. So tritt jede Generation für ihre eigenen Werte ein.

Ebenfalls bemerkenswert ist, dass alle Generationen eine Gemeinsamkeit haben: der Beruf bzw. das Angestelltenverhältnis verliert immer mehr an Bedeutung. Für die Unternehmen schlagen dementsprechend die Alarmglocken, da sich im Laufe der Zeit das Machtverhältnis durch den Fachkräftemangel zugunsten der Mitarbeiter stark verschoben hat und diese den Effekt für sich nutzen und Anforderungen stellen können.

Wertewandel und seine Auswirkungen: Lesen Sie weiter und erfahren Sie, wieso die Unterscheidung der verschiedenen Generationen so wichtig ist. Wir erklären, wie die verschiedenen Generationen voneinander profitieren können und welche Rolle die Zusammenarbeit und das Thema Führung im Hinblick auf die Generationen spielen (Teil 3: Wertewandel – Anforderungen an Führungskräfte).

Eine Antwort

  1. Hallo Frau Heller,

    Ihre Darstellung des Wertewandels in der Arbeitswelt und die Beschreibungen der verschiedenen Generationen finde ich sehr gelungen. gerne würde ich die Inhalte bei einer wissenschaftlichen Abhandlung zu diesem Thema berücksichtigen.

    Vor diesem Hintergrund ist es sehr wichtig, die Originalquellen, aus denen Sie die Inhalte zusammengetragen haben, zu kennen.

    Bitte seien Sie so freundlich und teilen mir diese mit.

    Ganz herzlichen Dank und beste Grüße
    Thomas K. Hamann

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Karoline Heller

Karoline Heller ist Bloggerin für die Neudenkerei und beschäftigt sich vorrangig mit dem Thema Arbeit 4.0. Ihr Forschungsgebiet und ihre Leidenschaft liegen im Bereich der sich wandelnden und flexiblen Arbeitswelt. Sie hinterfragt alte Arbeitsmodelle und veraltete Denkweisen in der Berufswelt.

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